Multimodality Mode untersucht das Zusammenspiel verschiedener Kommunikationskanäle – verbal, gestisch, visuell und akustisch – und hinterfragt die Hierarchie und Zuverlässigkeit von jedem dieser Kanäle. Im Kontext von Multimodalität in der Medien- und Kommunikationstheorie untersucht die Arbeit, wie Bedeutung nicht durch einen einzelnen Modus, sondern durch vielschichtige Ausdrucksformen konstruiert wird. Einer dieser Kanäle ist der Körper – seine Bewegung, seine Reglosigkeit und seine Rolle beim Senden und Empfangen von Bedeutung.
Die Arbeit untersucht diese Spannung anhand konstruierter Szenarien, in denen verbale Botschaften durch nonverbale Signale widerlegt werden. So wird beispielsweise ein einfacher Satz wie «Ich liebe dich» mehrdeutig oder sogar beunruhigend, wenn er mit Gesichtsausdrücken von Unbehagen oder Schmerz kombiniert wird.
In Anlehnung an feministische Performancekunst wurde das Werk auch von Valie Exports Tapp und Tastkino (1968) inspiriert, in dem die Künstlerin Passanten aufforderte, ihre nackte Brust durch einen mit Vorhängen ausgestatteten Kasten zu berühren, den sie an ihrem Körper trug. Diese provokative Geste trennte das Visuelle vom Taktilen, dekonstruierte den kinematografischen Blick. Exports Körper wird sowohl Ort als auch Zeichen – er verkörpert die Semiotik von Berührung, Macht und Wahrnehmung.
Im Anna Manankinas Video wird der Körper zu einem Ort, an dem Bedeutung permanent zwischen Mensch und Nicht-Mensch verhandelt wird. Das Werk präsentiert den Körper als komplexes Kommunikationsmittel, das in der Lage ist, Botschaften jenseits von Worten zu senden und zu empfangen. Es lädt uns ein, neue Verständnismöglichkeiten zu finden, wie wir miteinander, mit Maschinen und mit der Welt um uns herum in Verbindung stehen.


