Unter dem Titel «Snowmen» zeigen wir im Dezember-Programm Arbeiten von Anna Caiata & Tina Friebel, Chen Yingying, Bernadette Huber und Caroline Schenk. Die Kuratorin Andrea Domesle hat die Videoarbeiten aus einem Kurzfilmwettbewerb des Kunsthauses Interlaken ausgewählt.
Früher sah der Schneemann ganz anders aus, als wir ihn heute kennen. Alte Bilder zeigen ihn oft als grimmige, riesige Gestalt mit einem Besen in der Hand, der eher beängstigend wirkte. Damals stand er für den Winter, der für viele Menschen hart und schwierig war. Aber im 19. Jahrhundert veränderte sich die Sicht auf den Winter. Es wurde nicht mehr nur die kalte, anstrengende Jahreszeit gesehen, sondern auch die Freude an Freizeit im Schnee – wie Schlittenfahren oder Skifahren – entdeckt.
Vor über 100 Jahren wurde der Schneemann dann freundlich und rund, so wie wir ihn heute kennen: mit einem Lächeln, einer Karottennase und Kohlen als Augen. Er tauchte in Kinderbüchern auf, schmückte Weihnachtsbäume und Neujahrskarten. Besonders in der Jungfrau-Region, wo immer mehr Tourist:innen hinkamen, wurde der Winter mit Spass und Freude verbunden, und der Schneemann wurde zum Symbol dieser Jahreszeit.
Aber heute gibt es neue Probleme: Wie sehen wir den Schneemann in einer Welt, in der der Schnee immer weniger wird? Wird er irgendwann ganz verschwinden, weil der Klimawandel immer mehr Wintertage ohne Schnee bringt? An den Schneemännern von heute sehen wir, wie sich unser Leben im Winter verändert – und vielleicht wird sich das Bild des Schneemanns in Zukunft wieder verändern.
Die Videos sind eine Auswahl aus einem Kurzfilmwettbewerb für Erwachsene und Kinder des Kunsthauses Interlaken im Jahr 2021.
Anna Caiata & Tina Friebel
Snownion
2021, 1:12 Min., mit Ton
Chen Yingying
The Skin Peeling
2021, 2 Min., mit Ton
Bernadette Huber
Schneeprinzessinnenmärchen
2021, 1:12 Min., mit Ton
Caroline Schenk
Avoiding a Meltdown
2021, 2:30 Min., mit Ton



