TOMBOY
FR 2011, 82', DCP, F/d. Regie Céline Sciamma. Drehbuch Céline Sciamma. Mit Zoé Héran, Malonn Levana, Jeanne Disson.
Als die zehnjährige Laure am neuen Wohnort von der gleichaltrigen Lisa bei der ersten Begegnung für ein Junge gehalten wird, stellt sie sich als Michael vor und bleibt dabei. Sie kann nun den langen Sommer beim Fussballspiel geniessen. Mithilfe von etwas Knetmasse in der Badehose geht auch das Baden im See. Einzig die kleine Schwester Jeanne weiss von Michaels Geheimnis, doch solange sie zum Spielen mitkommen darf, ist ihr Schweigen garantiert. Als sich mit der Zeit Lisa und Michael immer näherkommen, wird die Lage jedoch schwieriger.
«Ein jungenhaftes Mädchen wird im Englischen als ‹tomboy› bezeichnet. Der gleichnamige Film zeichnet ein atmosphärisch feines und komplexes Bild der kurzen Übergangszeit, bevor die Geschlechtszugehörigkeit bei Teenagern deutlich sichtbar wird. Der Film trifft einen Nerv, da heute die strenge Zweiteilung der Geschlechtszugehörigkeit ins Wanken gerät. Tomboy thematisiert die temporäre Durchlässigkeit solcher Grenzen und vermeidet es, übereilig die verbindliche Frage nach einer möglichen Transidentität zu stellen. Es geht um die Freiheit, Bedürfnisse auszuprobieren, aber auch um den Drang, den Normen gerecht zu werden, um in einer Gruppe aufgenommen zu werden.» Kino Xenix







