TITICUT FOLLIES
US 1967, 84', DCP, E/d. Regie Frederick Wiseman. Drehbuch Frederick Wiseman.
Schauplatz: ‹State Hospital for the Criminally Insane› in Bridgewater, Massachusetts. Für seinen berüchtigten ersten Film filmte Wiseman mehrere Wochen in diesem Gefängnis und zeigt, wie Wärter:innen, Sozialarbeiter:innen und Psychiater:innen mit den Gefangenen, die alle unter einer psychischen Störung leiden, umgehen.
«Es ist ein schockierender Film, der dokumentiert, wie die Gefangenen bis zur Verwahrlosung in ihren Zellen gehalten werden. Eigentlich hatte sich der Direktor des Gefängnisses durch die Publizität des Films erhofft, Gelder für eine Modernisierung zu erwerben. Doch stattdessen verbot der Bundesstaat Massachusetts kurzerhand jede weitere Vorführung. Erst 1991 durfte Titicut Follies wieder öffentlich gezeigt werden.» Hannes Brühwiler, Arsenal Berlin
«Titicut Follies ist ein Dokumentarfilm, der mehr erzählt, als man jemals wissen wollte – aber nicht mehr, als man wissen sollte – über das Leben hinter den Mauern einer jener Anstalten, in denen wir kriminelle psychisch Kranke einsperren und vergessen… Die Art und Weise, wie eine Gesellschaft mit ihren schwächsten Bürger:innen umgeht (…), ist vielleicht der beste Massstab für ihre Menschlichkeit. Die abstossende Realität, die in Titicut Follies offenbart wird, zwingt uns dazu, über unsere Fähigkeit zur Gefühllosigkeit nachzudenken.» Richard Schickel, «Life»


