The Man Who Sold His Skin
Tunesien/Frankreich/Deutschland/Belgien/Schweden/Türkei/Zypern 2020, 104', DCP, OV/d/f. Regie Kaouther Ben Hania. Drehbuch Kaouther Ben Hania. Mit Yahya Mahayni, Dea Liane, Monica Belucci, Koen de Bouw, Darina Al Joundi, Christian Vadim.
Ein junger Syrer geht einen Pakt mit einem diabolischen Künstler ein und verkauft sich als lebendes Kunstwerk: Die Tunesierin Kaouther Ben Hania brilliert mit einem scharfsinnigen und schonungslosen Blick auf unsere Gegenwart.
Sam ist ein ebenso sensibler wie impulsiver junger Mann, der aus Syrien in den Libanon geflohen ist und zu seiner Geliebten Abeer nach Brüssel reisen möchte. Nur wie? Ein Grosskünstler bietet ihm einen Deal an: Wenn sich Sam zum lebenden Kunstwerk veredeln lässt, bringt er ihn nach Europa. Sam steigt auf den Teufelspakt ein.
«Man könnte sagen: Zynischer lässt sich die Gegenwart nicht zuspitzen, doch die Tunesierin Kaouther Ben Hania hat die Geschichte vom Mann, der seine Haut verkauft, nicht erfunden. 2006 hat der Belgier Wim Delvoye den Rücken des Schweizers Tim Steiner in ein grosses Bild verwandelt und für 240’000 Franken an einen Sammler verkauft. So kam Steiner als Objekt in die Museen der Welt. Kaouther Ben Hania hat schon in früheren Filmen wie ihrem Mockumentary Le challat de Tunis bewiesen, wie spannend es sein kann, mit Fakten zu spielen, sie zu fiktionalisieren, um umso scharfsinniger zum Kern vorzudringen. Hier bringt sie das Schicksal eines Flüchtlings mit dem Wesen der Kunstwelt zusammen und entblösst im ureigensten Sinn die Käuflichkeit der Welt. Wer seine Haut opfert, kann ans Ziel gelangen. Eine wuchtige Satire. Walter Ruggle, Trigon-Film






