ENZO
FR/BE/IT 2025, 103', DCP, F/d. Regie Robin Campillo, Laurent Cantet. Drehbuch Robin Campillo, Laurent Cantet, Gilles Marchand. Mit Eloy Pohu, Maksym Slivinskyi, Pierfrancesco Favino, Elodie Bouchez, Nathan Japy.
Ein 16-jähriger Franzose aus wohlhabendem, akademisch geprägtem Elternhaus hat eine Maurerlehre begonnen und gerät zwischen familiäre Erwartungen und die raue Realität der Baustelle. Während er die Grenzen seiner Motivation und seines Könnens bemerkt, entdeckt er zugleich Gefühle für einen älteren Kollegen, die ihn zusätzlich verunsichern. Zwischen Anpassung und Rebellion sucht er seinen Platz.
Hochsommer an der Côte d’Azur, ein Haus mit Pool und Meerblick. Eigentlich soll der sechzehnjährige Enzo die Schule beenden und studieren, wie es sich gehört. Doch im stillen Protest gegen seine eigene bourgeoise Herkunft fängt er auf einer Baustelle an, zum Missfallen seiner Familie. Aber auch sein neuer Boss ist unzufrieden mit Enzo, weil dieser selbst mit den einfachsten handwerklichen Aufgaben Probleme bekommt. Viel wohler fühlt sich der Junge bei seinem älteren Kollegen Vlad aus der Ukraine, der Enzo gerne Fotos seiner weiblichen Eroberungen auf dem Telefon zeigt. Der Arbeiter wird das männliche Vorbild, das dem behüteten Wohlstandskind vielleicht immer gefehlt hat, doch noch ganz andere Gefühle kommen zum Vorschein und machen alles komplizierter.
«Enzo wirft einen von Grund auf ehrlichen Blick auf den Versuch eines Erwachsenwerdens – mit allem jugendlichen Unbehagen, das dazugehört: gegenüber der eigenen Identität, den eigenen Gefühlen, dem eigenen politischen Bewusstsein. Einfache Antworten geben und brauchen die Figuren in Enzo nicht, dazu sind sie zu komplex, zu echt – so wie man es kennt vom grossen Laurent Cantet (La classe), der das Drehbuch schrieb, aber starb, bevor er den Film vollenden konnte. Die Regie übernahm sein langjähriger Filmpartner und Freund Robin Campillo (120 BPM). 2025 eröffnete der Film die Sektion Quinzaine des Cinéastes in Cannes.» Salzgeber






