CRIA CUERVOS
SP 1976, 109', Digital HD, Spanisch/d. Regie Carlos Saura. Drehbuch Carlos Saura. Mit Ana Torrent, Geraldine Chaplin, Conchita Pérez, Hector Alterio, Mónica Randall, Florinda Chico, Mayte Sánchez, Mirta Miller, Germán Cobos.
Die Welt und das Lebensgefühl eines neunjährigen Mädchens und seiner zwei Schwestern, die während langer Sommerferien in einem elternlosen, von einer Tante aber penibel verwalteten Grossbürgerhaushalt weit mehr von den Lebenslügen der Erwachsenen mitbekommen, als diese glauben.
«Drei Geschwister geben sich in einer alten Villa (…) Rollenspielen hin oder tanzen zum Sommerhit ‹Porque te vas› von Jeanette durch das Wohnzimmer. Erzählt wird aus den Augen der rebellischen Ana, die im Jahr 1995 auf ihre Kindheit in den Siebzigerjahren zurückblickt. Gerade mal acht Jahre alt, haben das Mädchen und ihre grössere und ihre kleinere Schwester, Irene und Maite, die Eltern verloren. Starb ihre Mutter an einer qualvollen Krebskrankheit, erlag ihr Vater an einem Herzinfarkt nach einer Liebesnacht mit der Geliebten, die er schon zu Lebzeiten der Mutter hatte. Anstelle der Eltern kümmern sich nunmehr das Dienstmädchen Rosa und die leicht überforderte Schwester der Mutter, Paulina, um die Mädchen. In Visionen holt sich Ana ihre Mutter zurück und glaubt, mit ihrem ‹Zaubermittel› in Form eines Pulvers in das Schicksal der anderen eingreifen zu können.
Die spanische Zensurbehörde konfiszierte Sauras 1975 fertiggestelltes Meisterwerk und hielt es ein halbes Jahr über den Tod Francos hinaus unter Verschluss. Sie fürchtete, dass der Film als Abbild der bröckelnden autoritären Herrschaft gelesen werden würde. Tatsächlich spiegelt der Film die Stimmung und die Verhältnisse jener Zeit subtil in der kindlichen Erfahrung und den grossen traurigen Augen der Hauptdarstellerin (Ana Torrent in ihrer zweiten Rolle nach El espíritu de la colmena).» Kino Xenix





