WELFARE
US 1975, 167', DCP, E/d. Regie Frederick Wiseman. Drehbuch Frederick Wiseman.
Schauplatz: Waverly Welfare Center, Lower Manhattan, New York City. In seinem wohl bekanntesten Film beobachtet Wiseman zwischen Februar und März 1973 zahlreiche Aufeinandertreffen zwischen Sozialarbeiter:innen und Hilfesuchenden, in denen es um Arbeitslosigkeit, Scheidungen, medizinische und psychiatrische Probleme und Missbrauch geht. Abschluss und zugleich Krönung seines Frühwerks.
«Das Gesundheitssystem wird hier als ein bürokratischer Albtraum gezeigt, in dem auf allen Seiten Frustration und Überforderung herrschen. Die Hindernisse, die die Antragsteller:innen überwinden müssen, erscheinen wie aus einem Roman von Kafka. Oder wie es ein Mr. Hirsch in einem legendären Monolog umschreibt: ‹Ich warte seit 124 Tagen, seit ich aus dem Krankenhaus gekommen bin, und warte auf etwas – auf Godot. Aber Sie wissen, was in der Geschichte von Godot passiert. Er ist nie gekommen.›» Hannes Brühwiler, Arsenal Berlin
«Der Film wird nie parteiisch oder sentimental und spitzt auch nichts zu, doch als Ganzes macht er so wütend, dass man nach der Demontage des ganzen Systems der Sozialhilfe (oder des Kapitalismus?) schreit.» Leonard Quart, «Time Out Film Guide»





