SONG. Die Liebe eines armen Menschenkindes
DE/GB 1928, 104', DCP, Stumm mit deutschen Zw'titeln. Regie Richard Eichberg. Drehbuch Helen Gosewish, Adolf Lantz, nach einem Roman von Karl Vollmöller. Mit Anna May Wong, Heinrich George, Mary Kid, Hans Adalbert Schlettow, Paul Hörbiger.
Mit ihrer Rolle der Malayin Song, die der Messerwerfer John vor zudringlichen Matrosen rettet und den sie fortan als Partnerin und Tänzerin auf Vaudeville-Bühnen unterstützt, bis ihn sein früheres Leben einholt, erfüllte sich für Anna May Wong der Wunsch nach vielschichtigen, weniger stereotypen Hauptrollen.
«‹Meine Rolle ist vollendet wie noch keine bisher›, zitiert Walter Benjamin Anna May Wong in seinem Bericht ‹Gespräch mit Anna May Wong. Eine Chinoiserie aus dem alten Westen›, der Mitte 1928 entstand. (…) Die erste Zusammenarbeit mit Richard Eichberg in Deutschland ist ein Melodram der Spannungsfelder: zwischen dem grazilen, feinsinnigen Spiel Anna May Wongs und einem massiven George, zwischen tristen Kaschemmen und mondänen Clubs, zwischen der Macht der Erinnerung und der Kraft der Illusion, dem Nicht-sehen-Wollen und Nicht-sehen-Können. Anna May Wongs Balanceakt zwischen stiller Liebe, verheimlichter Karriere und verdeckter Hilfe kulminiert in einem tranceartigen Schwertertanz in grossartiger Robe, in dem sie ein letztes Mal versucht, die Dämonen zu bannen.» Arsenal Berlin


