SHANGHAI EXPRESS
US 1932, 82', Digital HD, E/d. Regie Josef von Sternberg. Drehbuch Jules Furthman, Harry Hervey. Mit Marlene Dietrich, Anna May Wong, Clive Brook, Warner Oland.
In einem Zug von Peking nach Shanghai gerät eine Gruppe von zufällig zusammengewürfelten Passagieren – unter ihnen Marlene Dietrich als Shanghai Lily – in die Gewalt von Bürgerkriegsrebellen.
«Wahrscheinlich der Film, mit dem Anna May Wong am häufigsten assoziiert wird und in dem sie mit einem ihrer berühmtesten one-liner und Augenaufschlägen die Frage nach ihrer Respektabilität beantwortet: ‹I must confess, I don’t quite know the standard of respectability that you demand in your boarding house, Mrs. Haggerty.› Cool, unnahbar und beherrscht ist Wong Teil einer kleinen, zufällig zusammengewürfelten Reisegesellschaft im Schnellzug von Beijing nach Shanghai. Ihr Abteil teilt sie mit Shanghai Lily (Marlene Dietrich). Mit an Bord sind u.a. Lilys ehemaliger Geliebter sowie der sich als brutaler chinesischer Rebellenführer entpuppende Henry Chang (gespielt vom schwedischen ‹yellowface›-Schauspieler Warner Oland). Der Zug durchquert ein vom Bürgerkrieg gezeichnetes Land: Zunächst wird er von Regierungstruppen aufgehalten, dann von einer ruchlosen Rebellengruppe. Geiseln werden genommen, Forderungen gestellt. Wong bereitet dem Spuk ein Ende und rettet den Mitreisenden so beiläufig wie heroisch das Leben. In chinesischen Zeitungen wurde Wong vorgeworfen, mit ihrer Darstellung einer chinesischen Prostituierten Schande über China gebracht zu haben. Erste Aufführungen in China wurden von Demonstranten gestört, der Film schliesslich verboten.» Arsenal Berlin
«Shanghai Express war bereits von Sternbergs drittes amerikanisches Dietrich-Vehikel innert zwei Jahren, und man vermeint in jeder Einstellung zu spüren, wie sehr Marlene Dietrich ihre glamouröse Inszenierung mittlerweile genoss – zumal ihr selten schönere Dialogpointen in den Mund gelegt wurden. So unerschütterlich wie relaxed wirkt hier ihre Souveränität, die sie unter anderem auch im Kontrast zu ihrem exotischen Widerpart, Anna May Wong, entfalten kann.» Andreas Furler, Filmpodium Zürich







