Salvatore Giuliano ist tot. Ein geheimnisvolles Dunkel umgibt sein Leben und Sterben. Wer war dieser Sizilianer, der wĂ€hrend sieben Jahren â von 1943 bis 1950 â das suÌditalienische Inselvolk mitriss und bedrohte, der das römische Parlament in Angst und Schrecken versetzte und die ganze Welt in Spannung hielt? War er Separatist, Freiheitsheld, BandenfuÌhrer, Mafioso, RĂ€uberhauptmann oder einfach eine Verbrechernatur? (...)
Francesco Rosi (...) bedient sich eines eigenartig verschachtelten Dokumentarstils, der auf den Aussagen vor dem Gericht basiert und in zahlreichen RuÌckblenden das Leben Salvatore Giulianos rekonstruiert. Deutlicher als das Bild des Banditen treten die ungewöhnlichen sozialen und moralischen Lebensbedingungen Siziliens hervor. Francesco Rosi sagt dazu: «Ich wollte nicht das Leben Giulianos beschreiben, sondern die Welt, in der ein Bandit gross werden konnte.» Gerade fuÌr eine derartige Schilderung lohnt sich der Einsatz von Laiendarstellern besonders gut. Francesco Rosi weiss sie nicht nur ausgezeichnet zu fuÌhren, sondern versteht es daruÌber hinaus, das Bild der Landschaft eng mit demjenigen des Menschen zu verknuÌpfen. (Programmblatt Filmklub Bern 1967)