Quelque part quelqu’un
FR 1972, 98', DCP, F/e. Regie Yannick Bellon. Drehbuch Yannick Bellon. Mit Roland Dubillard, Loleh Bellon, Christine Tsingos, Hugues Quester, Hélène Dieudonné, Hélène Bernardin, Claude Lévi-Strauss, Paul Villé.
Eine Entdeckung: Die Regisseurin Yannick Bellon (1924-2019) hat mit Quelque part quelqu'un einen Meilenstein des visionären französischen Films der 1970er-Jahre realisiert. Er liegt nun in restaurierter Fassung vor.
Paris wird abgerissen, Paris wird gebaut. Zwischen den Ruinen der alten Gebäude und den brandneuen Bauten drängen sich die Menschen. Aus der Menge pickt Regisseurin Yannick Bellon (L’amour violé, Les enfants du désordre) ein paar Menschen heraus. Da ist die junge Architektin Raphaëlle. Sie hilft mit bei der Renovierung und dem Bau neuer Gebäude in der Stadt, die sich Anfang der 1970er-Jahre im Immobilienrausch befindet. Da ist Raphaëlles Freund Vincent, ein Finanzjournalist, der verzweifelt versucht, ein Buch zu schreiben, das er wegen seiner Alkoholsucht nicht zu Ende bringen kann. Da ist ein Student, der die Gesellschaft, ihre Normen und Gewohnheiten ablehnt. Er will sich an nichts und niemanden binden. Da ist eine ältere Frau aus der Provinz, die in Paris völlig allein ist. Und schliesslich gibt es ein glückliches Paar kleiner alter Leute, die als einzige noch lächeln können, bis sie eines Tages Opfer einer Enteignung werden.
«Der Film besticht durch seine visionäre Kraft. Keine Handlung, sondern eine synkopische Montage, eine Mischung aus Fiktion und Dokumentation (...).Eine tumultartige, gewalttätige Oper, die von kurzen Solos, Instrumenten oder Stimmen durchbrochen wird, inspiriert von den Chorpartien von Ligetis Requiem.» Télérama


