MILLENNIUM MAMBO
TW 2001, 105', DCP, OV/d. Regie Hou Hsiao-hsien. Drehbuch Chu Tien-wen. Mit Shu Qi, Jack Kao, Tuan Chun-hao.
Eine junge Frau schlägt sich durch das pulsierende Nachtleben von Taipeh. Die unglückliche Beziehung zu einem eifersüchtigen Mann treibt sie in die Arme eines sanftmütigen Gangsters. In langen, beobachtenden Einstellungen erfasst der Liebesfilm im Übergang zum neuen Jahrtausend den Rhythmus eines neuen Lebens, das im Augenblick maximaler Beschleunigung in Stillstand und Taubheit verfällt.
«Aus einer fiktiven Zukunft blickt Vicky zurück auf ihren turbulenten Start ins neue Jahrtausend: Die Wohnung teilt sie mit ihrem langjährigen Freund Hao-Hao, obschon die beiden nur noch aneinander vorbeileben. Die Nächte verbringt sie immer häufiger mit Jack, einem umtriebigen Geschäftsmann, in dessen Nachtklub sie tanzend ihr Geld verdient. Vicky flüchtet sich in den Rausch und in Erinnerungen an unschuldige Glücksmomente im unberührten Schnee. Sie klemmt in ihrer Situation fest und setzt sich ein Ultimatum: Sobald sie ihr Erspartes verprasst hat, will sie ein neues Leben beginnen.
Michelangelo Antonioni gilt als eine der wichtigsten Inspirationsquellen für die taiwanesische neue Welle, jenem Kino aus Taipeh, das in den Achtzigerjahren die Welt eroberte. Millennium Mambo ist eine faszinierende Übersetzung von Antonionis Dramen dysfunktionaler Beziehungen ins Taiwan der Jahrtausendwende. In hypnotischen Bildern erzählt Hou Hsiao-hsien von der Orientierungslosigkeit seiner Figuren, und in der kühlen Shu Qi findet die unnahbare Monica Vitti eine würdige Wiedergängerin. Die Kommunikationsunfähigkeit seiner Figuren kompensiert der Film mit bildgewaltigen Szenen. Unübertroffen diesbezüglich die Eingangssequenz, die für sich allein schon Kultstatus geniesst.» Kino Xenix





