Eine nach der Trennung Bengalens nach Indien geflüchtete Familie lebt gemeinsam in einem Dorf, doch statt sich gegenseitig zu unterstützen, verlassen sich alle auf die Schwester Nita und beuten deren Opfersinn aus. Erst als sie erschöpft zusammenbricht, beginnt die Familie zu erkennen, was sie angerichtet hat. Mit tiefem Verständnis für das menschliche Wesen zeichnet Ritwik Ghatak in seinem Film überaus kontrastreiche Figuren. Das politisch bedingte Emigrantenlos, das jede und jeden prägt und verändert, gewinnt, ebenso wie das Bild der «Grossen Mutter», universelle Dimensionen.
«Nitas Opfergang wird dreifach erzählt, wobei sich die Ebenen schwindelerregend überlagern, vertiefen, erweitern: individuelles Drama, Allegorie auf die Situation der Emigranten und Abbild indischer Mythen von der Muttergöttin. (...) Eine Leidensgeschichte von klassischer Schönheit und wilder Modernität: eine meisterliche Quersumme im Schaffen eines ewig gespaltenen Regisseurs, in dem Traditionsbewusstsein und Progressivität um die Oberhand ringen.» (Filmmuseum Wien)
Vorstellung im Lichtspiel: Mittwoch, 20. April, 20.00.