LES QUATRE CENTS COUPS
FR 1959, 93', DCP, F/d. Regie François Truffaut. Drehbuch François Truffaut, Marcel Moussy. Mit Jean-Pierre Léaud, Albert Rémy, Claire Maurier, Patrick Auffay, Georges Flamant, Yvonne Claudie, Robert Beauvais, Guy Decomble.
Der 13-jährige Antoine Doinel wird in Fürsorgeerziehung gegeben, weil die Erwachsenen ihre erzieherische und gesellschaftliche Verantwortung nicht wahrnehmen: Der erste Spielfilm des damals 27-jährigen François Truffaut begründete durch seine stilistische Intelligenz und Aufrichtigkeit den Ruhm der ‹Nouvelle Vague›.
«Dieser Film, dessen historischer Stellenwert kaum überschätzt werden kann, hat die Nouvelle Vague ausgelöst, indem er lebendige neue Methoden des Geschichtenerzählens entdeckte, geboren aus einer Liebe zum Kino, den theoretischen Grundsätzen, die Truffaut und seine Weggefährten in den Cahiers du cinéma entworfen hatten, und der Notwendigkeit, Filme mit wenig Geld zu drehen. Doch allein schon sein Fokus wäre revolutionär gewesen. Fast durchwegs aus der Perspektive von Jean-Pierre Léauds Figur Antoine Doinel erzählt und stark an Truffauts eigene Jugend angelehnt, bietet Les quatre cents coups ein Porträt des Künstlers als jugendlicher Delinquent, der des Kinos wegen die Schule schwänzt, ein Balzac-Plagiat als Aufsatz vorlegt und heimlich im Schlafzimmer eines Freundes wohnt. Im Laufe des Films treiben ihn die Vernachlässigung durch seine Eltern und seine keimende intellektuelle Neugier immer tiefer in eine randständige Existenz und näher an das bewegende Schlussbild des Films: ein Junge an der Schwelle zu einer unabschätzbaren Zukunft.» Keith Phipps, avclub.com
«Obwohl der (teilweise autobiografische) Bericht bitter bleibt, nimmt er keine pessimistische Position ein. Ein stilistisch und inszenatorisch wundervoller Film, der die zutiefst humane Geisteshaltung seines Schöpfers spiegelt.» Lexikon des Internationalen Films






