LAW AND ORDER
US 1969, 81', DCP, E/d. Regie Frederick Wiseman. Drehbuch Frederick Wiseman.
Schauplatz: Kansas City, ein Polizeirevier im Gebiet mit der höchsten Kriminalitätsrate der Stadt. Wiseman ergreift keine Partei, sondern lässt dem Publikum die Möglichkeit, sich ein eigenes Urteil zu bilden. Deutlich wird, wie unterschiedlich interpretierbar die Forderung nach Gesetz und Ordnung ist.
«1969 war eine Zeit von beispiellosem gesellschaftlichem Aufruhr in den USA. Mittlere und grosse Städte – wie Kansas City – kämpften mit Rassenkonflikten und dem Verfall der Städte, wobei die Polizei für beides viel Schuld auf sich nehmen musste. Wisemans zentrale Absicht scheint es zu sein, die Polizei als eine Schar von Durchschnittsmenschen zu porträtieren, die eine undankbare Arbeit machen, und nicht als die Unterdrücker, für die manche sie halten. Dabei will er nicht etwa die Polizei zu Unrecht verklären, sondern die Leute mit einer zunehmend um sich greifenden Meinung konfrontieren und sie anregen, diese zu hinterfragen.» David Carter, notcoming.com
«Wohl gerade dadurch wird der Film, anstatt bewusst zu versuchen, ‹politisch zu sein›, zu einem solchen: durch die genaue Beobachtung kurzer Situationen, die auf einer Dialektik zwischen Betrachter:in und Betrachtetem beruhen und eine Reihe von Machtverhältnissen (zwischen Polizist:innen und Zivilist:innen und vor allem zwischen Schwarzen und Weissen) zusammenfassen. Wer beobachtet wen? Wer steht auf der Bühne und wer sitzt im Publikum? Wer kontrolliert wirklich die Inszenierung der Realität? Law and Order ist ein Beispiel für Copwatching vor seiner Zeit.» Corentin Lê, www.critikat.com






