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GB 1934, 85', Digital HD, E. Regie J. Walter Ruben. Drehbuch Martin Brown, Gordon Wellesley, nach einem Roman von Joseph Hergesheimer. Mit Anna May Wong, John Loder, Elizabeth Allan, Edmund Gwenn, Ralph Richardson.
Auf einer Handelsreise heiratet der Sohn eines Reedereibesitzers die mandschurische Prinzessin Taou Yuen (Anna May Wong). Nach der Rückkehr in England wird die Ehe zur Belastungsprobe, als Vorurteile, gesellschaftlicher Druck und verdrängte Geheimnisse die Beziehung zunehmend untergraben.
«Diese Adaption fasziniert zunächst als scheinbar revisionistisches Historiendrama, das die Heuchelei der Bourgeoisie und der Religion, vor allem aber den Rassismus anprangert. Es ist nach wie vor faszinierend zu sehen, wie die chinesisch-amerikanische Leinwandikone Anna May Wong in einem britischen Historienfilm die Hauptrolle spielt, der einen ähnlichen Stil mit reichhaltiger Charakterisierung und eindrucksvollen Details wie eine klassische Dickens-Adaption anstrebt. (…) Wong tritt erst nach fast 30 Minuten in Erscheinung, aber ihre Wirkung ist sofort spürbar. In der Stadt verbreiten sich böse Gerüchte über diese ‹Heidin aus China›, während die Kirchgänger:innen entsetzt zusehen, als sie in traditioneller Kleidung die Sonntagsmesse besucht. (…) Wong überwindet ihre manierierten Dialoge mit ihrem gewohnten beeindruckenden Charisma, aber der Film ist voller widersprüchlicher Botschaften.» Andrew Pragasam, «The Spinning Image»
«Dieses Drama, das im 19. Jahrhundert spielt, ist eine Seltenheit in Wongs Karriere und der einzige Film, in dem sie einen weissen Mann küsst. (…) Der Film war einer von drei Filmen, die Wong zwischen 1933 und 1934 in London drehte, während sie auf ihrer ersten ausgedehnten Varieté-Tournee durch Europa war.» British Film Institute


