GERMANIA ANNO ZERO
IT 1948, 78', DCP, D/e. Regie Roberto Rossellini. Drehbuch Roberto Rossellini, Carlo Lizzani. Mit Edmund Meschke, Ernst Pittschau, Ingetraud Hinze, Franz-Otto Krüger, Erich Gühne, Hans Sangner.
Sommer 1945, kurz nach der deutschen Kapitulation, im zerbombten Berlin. Die Familie Koehler schlägt sich mehr schlecht als recht durch. Edmund, das jüngste von drei Kindern, ist 12 Jahre alt und nicht mehr Kind, wird aber von den Erwachsenen nicht für voll genommen. In den Trümmern der Stadt macht er Erfahrungen mit Habgier und Gewalt, Sex und Tod.
«Nach den grossartigen Filmen Roma città aperta (1945) und Paisà (1946) schliesst Roberto Rossellini seine Trilogie über den Zweiten Weltkrieg ab, indem er seine Kameras in einer unglaublichen Kulisse aufstellt: den Trümmern des nationalsozialistischen Deutschlands. Den Grundsätzen des Neorealismus folgend, nutzt der Filmemacher die Ausdruckskraft einer durch Bombenangriffe zerstörten Stadt und versucht, die Überlebensstrategien eines Volkes zu zeigen, das Opfer einer extremistischen Ideologie geworden ist. Mit viel Feingefühl zeichnet er das Porträt einer desorientierten Gesellschaft, die versucht, zu überleben und ihre Wunden zu heilen, so gut es geht.» Virgile Dumez, «À voir, à lire»
«Der wohl aufwühlendste und nihilistischste Teil von Roberto Rossellinis Kriegstrilogie. Germania, anno zero ist ein bitteres Porträt der Entmenschlichung und des sozialen Zerfalls. Der Film entstand kurz nach dem unerwarteten Tod von Rossellinis kleinem Sohn Romano 1946, und die Hauptfigur Edmund wird zu einem tragischen Symbol für nationale Schuld und privaten Schmerz: die Verkörperung verlorener Unschuld; die Ungewissheit tiefgreifenden Wandels; die Schuld der Überlebenden; die scheinbare Hoffnungslosigkeit der Zukunft. Im Grunde ist Edmund, der durch die verwüstete Ödnis des Nachkriegs-Berlin streift, nicht nur ein Sinnbild für den unversöhnten Geist des deutschen Volkes, sondern auch für Rossellinis Versuch, seinen eigenen Verlust zu bewältigen.» Acquarello, filmref.com
«The most beautiful Italian film I have ever seen» Charlie Chaplin




