DON'T LET THE SUN
CH/IT 2025, 99', DCP, OV/d/f. Ab 12 J., Regie Jacqueline Zünd. Drehbuch Jacqueline Zünd, Arne Kohlweyer. Mit Levan Gelbakhiani, Maria Pia Pepe, Agnese Claisse, Karidja Touré, Cecilia Bertozzi.
Ein unerträglich heisser Ort. Menschliche Nähe ist rar geworden. In ihrem bildstarken Drama thematisiert Jacqueline Zünd (Where We Belong) die Fragilität menschlicher Beziehungen und die Gefahr der Vereinsamung.
«Don’t Let the Sun erzählt von einer Welt in nicht so ferner Zukunft, in der es so unerträglich heiss geworden ist, dass die Menschen das Leben vom Tag in die Nacht verlegt haben. ‹18 Uhr, 46 Grad›, steht auf der Leuchtanzeige auf einem Hochhaus in einer namenlosen Stadt. Jeden Morgen warnt eine Lautsprecherstimme über die Dächer hinweg: ‹Achtung, die Sonne geht bald auf. Ältere Menschen und Kinder sollten sich in Sicherheit bringen.›
Zeit für Cleo und ihre 9-jährige Tochter Nika, sich schlafen zu legen. Tagsüber liegen die Strassen in gleissendem Licht verlassen da (...). Die Hitze muss die Menschheit dezimiert und auch das Bedürfnis nach Nähe weggebrannt haben. (...) Dagegen hilft das Angebot einer Dienstleistungsfirma, die emotional Bedürftigen Gefährten vermietet. Bald, um einen verlorenen Sohn zu spielen, bald eine abwesende Freundin. Cleo engagiert den Studenten Jonah als Ersatzvater für Nika. (...) Don’t Let the Sun ist wunderschön fotografiert. Die Bilder sind oft statisch, als ob die Hitze auch für das Kameraauge jede Bewegung zu anstrengend gemacht hätte. Die Langsamkeit, der Sound und die Farben versetzen einen in einen Zustand, den man Wachtraum nennen könnte.» Denise Bucher, NZZ
«Don’t Let the Sun erzählt von einer apokalyptischen Zukunft. Schon Jacqueline Zünds dokumentarische Werke, zuletzt Where We Belong (2019) und Almost There (2016), zeichneten sich durch eine sorgfältig komponierte Bildsprache aus. In ihrem fiktionalen Debüt findet sie jetzt zu einer so zarten, poetischen Sprache, dass der Film noch nachhallt, lange nachdem man aus dem dunklen Kinosaal zurück ins Licht der Sonne getreten ist.» Franziska Meister, WOZ






