1492: Conquest of Paradise
1492: Conquest of Paradise
Frankreich / Spanien 1992, 156', Digital HD, E/d. Regie Ridley Scott. Drehbuch Rose Bosch. Mit Gérard Depardieu, Sigourney Weaver, Angela Molino, Armand Assante, Loren Dean, Fernando Rey.
Columbus ist getrieben von der Vision, einen neuen Seeweg nach Indien zu finden. In der düsteren Zeit der Inquisition gelingt es ihm, die spanische Königin Isabella zu überzeugen, ihm die Seereise zu finanzieren. Vollkommen überraschend stösst Columbus nach endloser Fahrt auf Amerika. Als Held kehrt er zurück nach Spanien. Nach weiteren Reisen versucht er als Gouverneur der neuen Welt, einen Brückenkopf für Spanien zu schaffen. Doch die friedliche Koexistenz zwischen Europäern und Eingeborenen scheitert. Schliesslich versinkt Columbus’ Traum von einer neuen Zivilisation im Blut, das von Imperialisten und religiösen Kriegstreibern vergossen wird.
«Kein Zweifel, Ridley Scott ist voller Bewunderung für diesen Mann, den er uns, irgendwo auf einer Linie zwischen John Ford und Werner Herzog, zugleich als romantischen Aufklärer, als Besessenen und als Propheten von Freedom and Democracy zeigt. (...) Bei dem Versuch, einen Mythos zu schaffen, produziert Scott nur Propaganda. (...) Die Filmproduktion liess ein ,Eingeborenendorf’ nachbauen und holte sich die Statisten aus den umliegenden Ansiedlungen, Menschen, die zum Teil noch nie einen Film gesehen hatten und die nun - nicht unberechtigt - Angst hatten, sie könnten nach ihrer Mitwirkung nicht mehr zurückkehren in ihre Welt. (...)
Die Filmproduzenten sind auf ihre Leistungen so stolz wie Kolonialisten nun einmal stolz auf ihr Geschick sind, mit den Wilden umzugehen. Der heroische Film über den Anfang der Zerstörung setzt das Zerstörungswerk fort.» (Georg Seesslen, epd film 11/92)